Rhythmische Sportgymnastik

Margarita Kolosov (SC Potsdam) erhält Flatow-Medaille

Der MTB gratuliert 

Flatow-Medaille an Sportlerinnen und Sportler der Weltklasse verliehen

Im Rahmen des Internationalen Deutschen Turnfests Leipzig 2025 erhielt die Potsdamer Sportgymnastin Margarita Kolosov (SC Potsdam) durch DTB-Präsident Alfons Hölzl die Flatow-Medaille überreicht. Diese wurde 1987 erstmals vergeben. Sie erinnert an die jüdischen Turn-Olympioniken Alfred Flatow und Gustav Felix Flatow, die 1933 zum Austritt aus ihren Vereinen gezwungen wurden und im Konzentrationslager Theresienstadt eines gewaltsamen Todes starben. Alfons Hölzl betonte: „Wir wachsen aus der Historie. Ohne Rückbesinnung ist die Gegenwart nicht zu verstehen.“ Neben Margarita Kolosov wurden die Faustballerin Stephanie Thomas, die Rhythmischen Sportgymnastinnen Darja Varfolomeev sowie die Turner Lukas Dauser und Andreas Toba. 

Aus der Laudationen des DTB zur Ehrung von Margarita Kolosov

Mit Margarita Kolosov uehren wir heute eine vergleichsweise junge Athletinnen, die dennoch bereits viel erlebt und vor allem bewegt hat. Allein die sportliche Bilanz  beeindruckt. Olympia-Vierte 2024, Silber mit dem Team bei der Weltmeisterschaft 2023 und insgesamt acht Deutsche Meistertitel erreichte Margarita Kolosov bislang. Außerhalb ihrer sportlichen Karriere tritt sie aktuell als Turnfest-Botschafterin auf. Darüber hinaus engagiert sie sich als Gesicht des Dove-Projektes für mehr Selbstwertgefühl dafür das Körperbewusstsein junger Mädchen und Jungen beim Sport zu stärken. Mit ihrer zuweilen auch unkonventionellen Musikauswahl und ihren ausdrucksstarken Anzügen macht sie auf ihre Botschaft aufmerksam: „Lass dich nicht verbiegen, sei du selbst, steh zu deinem Körper und deiner Persönlichkeit und vertraue deinen Fähigkeiten“.

Gemeinsam mit Margarita Kolosov erhielt Darja Varfolomeev die Flatow Medaille. Die Laudatio führt somit aus: "Die beiden Gymnastinnen, die auch gute Freundinnen sind, haben mit ihren starken Persönlichkeiten, ihrer authentischen Art und der Leidenschaft für ihren Sport in den letzten beiden Jahren gemeinsam das RSG-Fieber in vielen von uns geweckt und die bis dahin hierzulande in einer nur relativ kleinen Fanszene beliebte Sportart bekannt gemacht. Was mit der YouTube-Dokumentation „Road to Paris“ in der RSG-Community begann gipfelte im Olympischen Finale mit knapp 4,2 Mio. Zuschauerinnen und Zuschauer am heimischen TV – nie zuvor haben in Deutschland so viele Menschen bei einem RSG-Wettkampf mitgefiebert. Und sie bekamen ein echtes Herzschlagfinale zu sehen: Bis zur letzten Starterin am letzten Gerät blieb offen, ob Darja tatsächlich Gold gewinnt und Margarita den dritten Platz erreichen kann. Erst mit der Ergebnisverkündung für die Italienerin Sofia Raffaeli wird schließlich klar: Darja ist Olympiasiegerin, Margarita erreicht nach einem großartigen Wettkampf den vierten Platz. Statt in Jubel auszubrechen, eilt Darja zuerst zu ihrer Freundin, um diese zu trösten, da sie knapp an der Olympischen Medaille vorbei geschrammt ist. Margarita kann dank ihr die erste Enttäuschung schnell überwinden und sich dann über ihre herausragende Leistung und mit ihrer Teamkollegin Darja über deren historischen Erfolg freuen. Gemeinsam feiern sie den Moment und die jeweils andere. Damit machen die beiden Athletinnen deutlich: Nicht nur die Medaillen zählen, sondern Teamgeist, Freundschaft und Empathie. Sie sind echte Vorbilder – sportlich wie menschlich – und werden dafür durch den Deutschen Turner-Bund im Rahmen des Deutschen Turnfestes in Leipzig mit der Flatow-Medaille ausgezeichnet.

Der Märkische Turnerbund Brandenburg gratuliert Margarita Kolosov und Darja Varfolomeev von Herzen zur Flatow-Medaille.

Foto/Bericht: Deutscher Turner-Bund, siehe: Vorbilder – sportlich und menschlich, in und abseits der Halle