Kinder in Bewegung

Weltkindertag: Kinder brauchen Bewegung

Märkischer Turnerbund Brandenburg setzt mit „Kinder in Bewegung“ auf zusätzliche Bewegungsangebote für Kinder mit besonderen Herausforderungen

Zum Weltkindertag am 20. September macht der Märkische Turnerbund Brandenburg (MTB) auf die Bedeutung von Bewegung für ein gesundes und selbstbestimmtes Aufwachsen von Kindern aufmerksam. Bewegungsmangel ist längst eine gesellschaftliche Herausforderung, die sich der Verband angenommen hat. Viele Kinder bewegen sich im Alltag zu wenig. Der Verband setzt sich deshalb dafür ein, Kindern unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen den Zugang zu Bewegung und Sport zu ermöglichen. Ein besonderes Beispiel dafür ist das Programm „Kinder in Bewegung“ (KiB), das der MTB gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (MBJS) umsetzt.

„Kinder in Bewegung“ – ein Leuchtturmprojekt für Brandenburg
„Kinder in Bewegung“ ist ein zielgruppenspezifisches Bewegungsprogramm für Kinder in Brandenburg und ein Leuchtturmprojekt des Landes. Das Land Brandenburg kooperiert über das MBJS mit dem MTB und unterstützt das Programm, das insbesondere Kinder erreicht, die im regulären Alltag oft nur schwer Zugang zu ausreichender Bewegung finden. Im Mittelpunkt stehen Kinder mit motorischen Defiziten und psychosozialen Auffälligkeiten, die über reguläre Sport- und Bewegungsangebote häufig nur schwer erreicht werden. Sie erhalten mit „Kinder in Bewegung“ eine zusätzliche Möglichkeit, Bewegung, Sport und Gemeinschaft zu erleben –ohne das sie bereits Mitglied in einem Sportverein sind. Das Herzstück des Programms ist die Zusammenarbeit von Grundschule und Sportverein. In sogenannten KiB-Tandems gestalten Sportlehrkräfte aus Grundschulen und Startchancen-Schulen gemeinsam mit Trainerinnen, Trainern und Übungsleitenden der Vereine ein passgenaues Bewegungsangebot für die Kinder. „Damit wird zusätzliche Bewegungszeit geschaffen, ohne den Kindern Leistungs- oder Notendruck zu vermitteln. Vielmehr geht es darum, Freude an Bewegung zu entwickeln, neue Sportangebote kennenzulernen und positive Erfahrungen in einer neuen Gruppe zu sammeln“ erklärt Martina Schünemann, Präsidiumsmitglied im MTB, das Programm.

Die teilnehmenden Kinder werden von der jeweiligen Schule individuell für das Programm eingeladen. Bei der Auswahl können Erkenntnisse aus der Schuleingangsuntersuchung (SEU), EMOTIKON und die professionelle Einschätzung der Sportlehrkräfte einbezogen werden. Das Ziel ist klar: Kinder sollen Bewegung als etwas Positives erleben und erfahren, dass Sport ihnen offensteht. Dabei geht es um weit mehr als die zusätzliche Bewegungszeit. „Kinder in Bewegung“ schafft sportliche Erfolgserlebnisse ohne Leistungs- und Notendruck, stärkt das Gruppenzugehörigkeitsgefühl und ermöglicht einen einfachen Einstieg in ein anderes soziales Umfeld. Die Kinder können neue Sportarten entdecken, sich ausprobieren und zugleich

einen Zugang zu den Angeboten der Sportvereine finden.

Startchancen-Programm: Bildungsgerechtigkeit und Bewegung zusammendenken.

Eine besondere Bedeutung hat „Kinder in Bewegung“ auch im Zusammenhang mit dem Startchancen-Programm des Landes Brandenburg. Das gemeinsam von Bund und Ländern getragene Programm verfolgt das Ziel, dass gute Bildung nicht von der sozialen Herkunft abhängen darf. Es richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche an Schulen mit besonderen Herausforderungen. Das Startchancen-Programm ist auf zehn Jahre angelegt und umfasst bundesweit 20 Milliarden Euro. In Brandenburg werden über die gesamte Programmlaufzeit 533,5 Millionen Euro eingesetzt. Davon profitieren rund 32.000 Schülerinnen und Schüler an 110 allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. Neben Investitionen in eine lernförderliche und moderne Infrastruktur und Maßnahmen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung stehen auch die sozial-emotionalen Kompetenzen und die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt. Genau hier kann Sport einen wichtigen Beitrag leisten. Denn Bewegung bedeutet mehr als körperliche Aktivität. Sie schafft Begegnung, stärkt Gemeinschaft und Selbstvertrauen und

ermöglicht Kindern, eigene Fähigkeiten zu entdecken und Erfolgserlebnisse zu erfahren.

Der Märkische Turnerbund Brandenburg bringt diese Perspektive mit „Kinder in Bewegung“ gezielt in die Zusammenarbeit mit Startchancen-Schulen ein. Durch die Tandems aus Schule und Sportverein entsteht ein zusätzliches außerunterrichtliches Bewegungsangebot für Kinder, die besondere Unterstützung benötigen. „Wenn wir über Bildungsgerechtigkeit sprechen, müssen wir auch darüber sprechen, ob Kinder die gleichen Chancen auf Bewegung, Gemeinschaft und positive Erfahrungen haben. Sport kann gerade an Schulen mit besonderen Herausforderungen einen wichtigen Beitrag leisten“, betont Martina Schünemann. Damit wird Sport zu einem wichtigen Baustein ganzheitlicher Förderung und zu einer Brücke zwischen Schule, sozialem Lernen und Sportverein.

Bewegung als Teil des Alltags

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass ein großer Teil der Kinder und Jugendlichen die empfohlenen täglichen Bewegungszeiten nicht erreicht. Gleichzeitig nimmt die Zeit zu, die junge Menschen mit digitalen Medien verbringen. Für den MTB ist deshalb klar: Es braucht nicht nur mehr Sportangebote, sondern vor allem niedrigschwellige und zielgruppenspezifische Zugänge zur Bewegung. „Kinder in Bewegung“ zeigt, wie dies praktisch funktionieren kann: Dort, wo Kinder ihren Alltag verbringen, werden Schule und Verein miteinander verbunden. Die Kinder werden gezielt angesprochen und erhalten die Möglichkeit, Bewegung ohne Leistungsdruck zu erleben. „Wir wollen gerade die Kinder erreichen, bei denen Bewegung nicht selbstverständlich zum Alltag gehört. Unser Anspruch ist, ihnen eine zusätzliche Chance zu geben – auf Bewegung, auf Gemeinschaft und auf positive Erfahrungen im Sport“, so Schünemann.

Gemeinsam für mehr Bewegung in Brandenburg

Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg unterstützt und fördert „Kinder in Bewegung“ und trägt damit gemeinsam mit dem MTB dazu bei, Kindern mit besonderen Herausforderungen zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten zu eröffnen. „Wir sind stolz darauf, dieses besondere Projekt in Brandenburg zu fördern“, so Toralf Starke, Schulsportreferent im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Die Kooperation zwischen Land, Schulen und Sportvereinen zeigt, wie gemeinsam Verantwortung für die Entwicklung

von Kindern übernommen werden kann. Für den Märkischen Turnerbund Brandenburg steht fest: Kinder brauchen Bewegung, Kinder brauchen Gemeinschaft und Kinder

brauchen die Möglichkeit, ihre eigenen Stärken zu entdecken. „Kinder in Bewegung“ schafft dafür konkrete Möglichkeiten – direkt vor Ort, gemeinsam mit den Schulen und Sportvereinen.

Der MTB wird diesen Weg weitergehen und sich dafür einsetzen, dass noch mehr Kinder in Brandenburg erreicht werden und Bewegung zu einem selbstverständlichen Teil ihres Alltags wird.