Musik und Spielmannswesen

Wiedereinstiegshilfe für Ensembles

09.03.2021 10:59

Zum Förderkonzept des Programms NEUSTART AMATEURMUSIK, das der BMCO mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gemeinsam erarbeitet hat, gehört auch eine direkte Förderung der Amateurmusikszene. BKM stellt dafür noch einmal rund eine Million Euro bereit.

Nach der langen Zäsur des Lockdowns bzw. der langen Phase eines weitgehend auf den digitalen Raum beschränkten Kontakts scheint eine einfache Rückkehr in die zuvor gewohnten Bahnen für viele Amateurmusikensembles schwer vorstellbar. Der Stillstand und die Krise haben tiefe Spuren hinterlassen. In der Amateurmusikszene gibt es eine große Sehnsucht und ein starkes Bedürfnis, wieder miteinander musikalisch aktiv zu werden. Doch angesichts der noch nicht überwundenen Pandemie und ihrer Auswirkungen ist selbst die beste Idee ohne eine Anschubhilfe oder finanzielle Unterstützung schwierig zu realisieren.

Das Programm NEUSTART AMATEURMUSIK setzt genau hier an und bietet den Ensembles der Amateurmusik ab jetzt die Möglichkeit, eine direkte Projektförderung zu beantragen. Diese Förderung dient

  • der Wiederbelebung der amateurmusikalischen Arbeit,
  • der Reaktivierung von sozialen Beziehungen und
  • der Stärkung des ehrenamtlichen Engagements, welches die amateurmusikalische Arbeit zu großen Teilen trägt.

Sie wollen Ideen für corona-konforme Proben- und Konzertformate erproben und so wieder ein echtes Musiziererlebnis schaffen?

Sie beabsichtigen, eine Musikfreizeit mit Kinder und Jugendlichen durchzuführen, um die unterbrochene Nachwuchsförderung wieder anzuschieben?

Sie planen einen musikalischen Themenspaziergang im Freien, um den Zusammenhalt ihres in Auflösung begriffenen Ensembles zu stärken?

Wenn Ihr Projekt zudem noch das Zeug hat, inspirierend oder beispielgebend auf andere Ensembles zu wirken, dann kann es sich für Sie lohnen, einen Projektantrag zu stellen.

Wenn das nicht der Fall ist, bedeutet das aber nicht, dass Sie keine Förderung erhalten können.

Sie kämpfen als Ensemble aufgrund der Corona-Folgen gerade mit existenziellen Problemen und haben noch keine konkrete oder gar ausgereifte Projektidee in petto, wünschen sich aber trotzdem Unterstützung, um zunächst einmal wieder Tritt fassen und sich neu aufstellen zu können? Und möchten dann vielleicht in einem zweiten Schritt ein Projektvorhaben umsetzen?

Dann kann unser Fördermodul „Zukunftswerkstatt“ für Sie das Richtige sein!

In diesem moderierten Tagesworkshop kann das Ensemble wieder zueinanderfinden und gemeinsam Perspektiven für einen Neustart entwickeln.   Eine Zukunftswerkstatt ist eine partizipative und aktivierende Methode, mithilfe derer Lösungen für gemeinsam festgestellte Problemstellungen erarbeitet werden. Alle Ensemblemitglieder gelten dabei gleichermaßen als Expert*innen und bringen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und vor allem ihre Phantasie und Kreativität ein. Die Methode lässt sich mit unterschiedlichen Altersgruppen gut durchführen. Begleitet wird die Gruppe dabei von einer erfahrenen und methodisch geschulten Person (z. B. Trainer*in, Bildungsreferent*in), die passend zu der Gruppe ausgewählt wird.

Problemstellungen, für die im Rahmen einer Zukunftswerkstatt Lösungsstrategien entwickelt werden können, könnten zum Beispiel sein:

  • Mitgliederschwund oder Auflösungstendenzen aufgrund monatelangen Ausfalls von Proben und/oder hoher Verunsicherung bei den Mitgliedern
  • Überforderung der musikalischen Leitung wegen fehlender Unterstützung (z. B. bei der Entwicklung und Umsetzung von erforderlichen Hygienekonzepten).

Es gibt also 2 Varianten der Förderung, unter denen Sie auswählen können. Entsprechend finden Sie auch zwei verschiedene Antragsformulare.

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